Fabelhafter Frühling

Ein leises Flüstern, nur ein Hauch: Lou …
Hm? Lou …. Lou Parker! Nicht so lau … LOU PARKER!!

Der Bär wachte auf und wunderte sich. Es war so hell. Ein Schmetterling schwirrte gar keck um seine dicke Schnauze herum und schien keine Angst vor dem großen Getier zu haben.
Als gehörte er zum schon Mobiliar dieser Höhle.
Es gab keinen Zweifel, es war spät. Hatte er verschlafen? Was war los?

Da erinnerte er sich. Nein, einen molligen Winterschlaf hatte er doch gar nicht gehabt. Er hatte ein Buch veröffentlicht, eine Herzensangelegenheit war das gewesen.
Zahlreiche Stunden mit seinen Tracks hatte er verbracht. Er dachte an all die unterschiedlichen Instrumente, die eingespielt werden und dann auch noch in einen einzigen Mixtopf passen mussten. Auf Honig hatte er in der ganzen Zeit verzichtet. Harte Arbeit war das gewesen, aber es hatte sich gelohnt, oder?
Der Bär wusste es nicht mehr.

Wo waren seine Studiokopfhörer? Er hob schwerfällig seine Lider, doch es schmerzte. So beließ er es erstmal dabei, seine nähere Umgebung mit riesigen Pranken zu erkunden. So harsch er dabei seine nähere Umgebung brüskierte, so schnell konnte er seine Suche erfolgreich beenden.
Er setzte sich die gigantischen Ohrschoner auf und drückte auf »Play«.

Plötzlich roch der Bär welke Rosen, spürte die schweren Wolken, gar die Sünde und fühlte einfach nur Liebe. Er nahm die Zeit gerne an, die man ihm schenken wollte und folgte einem Leuchtturm. Jede einzelne Nuance spürte er, bis doch der letzte Ton verstummte und er die Kopfhörer löste.

Dann richtete er sich langsam auf. Erst die eine Tatze, sie knirschte wohl. Er öffnete die Augen. Die Sonnenstrahlen blendeten ihn noch immer aufs Herrlichste, aber das Schneidende, es war verpufft. Auch seine zweite Tatze setzte auf, bevor er die massigen Muskeln seines dicken Bärenkörpers alle auf einmal anspannte.
Ja, es ist die richtige Entscheidung. Ein Bär kann doch auch einmal verschlafen! Es ist noch nicht zu spät. Da draußen wartete noch was.
Sein Fell wehte leicht im Frühlingswind.

So hoffte der Bär noch auf etwas übriggebliebenen Honig und ging heraus aus seiner Höhle, dem aufgeschreckten Schmetterling folgend.